Diese Frage kann man sich angesichts der amerikanischen Fundamentaldaten wirklich stellen. Eine geringere Staatsverschuldung als in Europa kann es nicht sein. Ein bessere Wirtschaftslage auch nicht. Im Gegenteil. Die US-Wirtschaft liegt in weiten Teilen ziemlich am Boden. Eine bessere öffentliche Infrastruktur? Wohl kaum. Von der Qualität der europäischen Stromnetze, Autobahnen, Eisenbahnstrecken, Wasserver- und -entsorgungssysteme und der Qualiät der Ausbildung an Schulen und Hochschulen können die Amerikaner nur träumen. Warum gewinnt der Dollar dann aber kontinuierlich an Wert gegenüber dem Euro? Der wesentliche Unterschied scheint mir in der politischen Verfassung zu liegen. Europa ist eben immer noch nur ein Staatenbund und kein Bundesstaat. Die Handlungsfähigkeit ist konstitutionell eine andere. Das sagt noch nichts über die Qualität der Politik aus, nur über die Durchschlagkraft. Seit Einführung des Euro hat es hier in Europa nicht wirklich Fortschritte gegeben. Ansich ist Europa in vielerlei Hinsicht stärker (siehe oben). Diese Stärke muss nur besser gebündelt werden, um auf den Waagschalen der globalen Politik und der internationalen Finanzmärkte an Gewicht zu gewinnen. Als der Euro eingeführt wurde hat Europa den Mund gespitzt. Nun muss gepfiffen werden.