Durch Dr. Hanspeter Knirsch
Die Stadt Dortmund hat einen Tag nach den Kommunalwahlen ein Haushaltsloch von 100 Millionen Euro bekannt gegeben. Alle sind empört. Auch Dortmunds neuer Oberbürgermeister Ullrich Sierau, bisher schon als Beigeodneter Mitglied des Verwaltungsvorstands der Stadt Dortmund, ist überrascht. Das verwundert. Zum einen ist die weitere Verschlechterung der Haushaltslage nicht nur in Dortmund schon seit geraumer Zeit allgemein bekannt. Zum anderen fragt man sich, was denn da wohl in dem Verwaltungsvorstand der Stadt Dortmund so alles beraten wird. Die Entwicklung der Haushaltslage offensichlich nicht. Dass auch der Arnsberger Regierungspräsident Helmut Diegel in Empörung ausbricht, ist ebenfalls kein Zeichen dafür, dass die Kommunalaufsicht zeitnah von ihren gesetzlichen Informationsmöglichkeiten Gebrauch gemacht hat. So sicher wie das Amen in der Kirche werden in nächster Zeit andere Städte mit ähnlichen Hiobsnachrichten aufwarten. Vielleicht wartet man anderenorts noch bis zu den Bundestagswahlen am 27. September. Nur eines ist sicher. Die Stadtspitzen wissen es bereits heute - und wenn sie es nicht wüssten, wäre das noch ärgerlicher als die zur Schau getragene Überraschung in Dortmund.