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Preisausschreiben: Suche ein Parteiprogramm

In drei Wochen sind Bundestagswahlen und ich habe nach wie vor den Eindruck, dass die wirklich wichtigen Themen im Wahlkampf kaum eine Rolle spielen. Da kann man schon mal auf die Idee kommen, in Parteiprogrammen zu blättern.

Nachfolgend zitiere ich wörtlich aus einem Parteiprogramm einer zum Bundestag kandidierenden Partei:

„Es  besteht  kein  selbstverständlicher Einklang zwischen persönlichem Vorteil und allgemeinem Wohl. Zwar ist in einem arbeitsteilig organisierten System der Befriedigung der individuellen Bedürfnisse  und  der  Entfaltung  der  persönlichen  Fähigkeiten  die  „materielle Interessiertheit“ des Einzelnen als Triebfeder einer aus eigenem Willen und nicht auf staatlichen Befehl übernommenen Arbeitsverpflichtung unentbehrlich. Zwar mag das individuelle   Streben   nach   Mehrung   des   persönlichen Vorteils in seiner überindividuellen Auswirkung zur Steigerung des allgemeinen Wohls beitragen. Doch von bestimmten Grenzen an bewirken alle diese so förderlichen menschlichen Antriebe,  wo sie zur Übervorteilung des Einen durch den Anderen führen, die Zerstörung auch des allgemeinen Wohls….

Die Tendenzen zur Akkumulation des privaten Kapitals, wie sie etwa in der Verzinsung des Geldes,aber auch in der Wertsteigerung des Bodens sichtbar werden, sind einem über  Gewinnstreben  und  Marktnachfrage  gesteuerten  Wirtschaftssystem  ebenso eigentümlich,  wie  die  Tendenzen  zur  Konzentration  des  privaten  Eigentums  an  den Produktionsmitteln.  Sie  sind  die  Kehrseite  der  durch  eben  diese  Mechanismen gesicherten Leistungsfähigkeit eines solchen Wirtschaftssystems. Dem  freien  Selbstlauf  überlassen  müssen  eben  diese negativen  Tendenzen,  bei  aller ungebrochenen  Leistungsfähigkeit,  dessen  Menschlichkeit  am  Ende  zerstören:  durch permanente Überprivilegierung der Besitzenden gegenüber den Besitzlosen, der Reichen gegenüber  den  Armen,  der  Produzenten  gegenüber  den Konsumenten,  des  Faktors Kapital gegenüber dem Faktor Arbeit. Das aber ist nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit …

In  einer Gesellschaft, in der Besitz und Geld der Schlüssel für fast alle Betätigung der Freiheit ist, ist  die  Frage  des  gerechten  Anteils  an  der  Ertragssteigerung  der  Wirtschaft  und  am Vermögenszuwachs  der  Gesellschaft  nicht  nur  eine  Gerechtigkeitsfrage:  sie  ist  die Freiheitsfrage schlechthin.“

Die Preisfrage lautet: Aus welchem Programm welcher Partei stammt diese Passage?

Als Preis winkt ein Buch, das es gerade auf die Longlist zum Deutschen Buchpreis geschafft hat.

Kleiner Tipp. Die Partei, um dessen Programm es geht, spielt in dem Buch eine wichtige Rolle.

Hinweis: Der Rechtsweg ist natütlich auch bei diesem Preisausschreiben ausgeschlossen. Bei mehreren richtigen Einsendern, entscheidet das Los. Einsendeschluss ist der 24. Sept. 2017. Wer bereits mit mir über das Buch gesprochen hat, sollte vielleicht nicht teilnehmen.

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