Dieser historische Satz stammt aus einer Rede des 40. Präsidenten der USA, Ronald Reagan, im Jahre 1987. Die Aufforderung war gerichtet an den Führer der Sowjetunion, Michail Gorbatschow. Tempi passati. Der heutige Präsident der USA sieht das Thema Mauerbau offensichtlich anders. Vielleicht sollten Trumps Berater ihm die Rede von Reagan mal zu lesen geben. Darin heißt es u. weiter:
„We welcome change and openness; for we believe that freedom and security go together, that the advance of human liberty can only strengthen the cause of world peace . . . this wall will fall. For it cannot withstand faith; it cannot withstand truth. The wall cannot withstand freedom.”
Natürlich kommt man etwas in Verlegenheit, wenn man über die europäische Variante nachdenkt. Schließen der Balkanroute, Abkommen mit Erdogan, mehr als 10.000 Flüchtlinge seit 2014 im Mittelmeer ertrunken (Schätzung des UN- Flüchtlingshilfswerk UNHCR). Gerade beraten die Innenminister über „Auffangeinrichtungen außerhalb Europas“ mit dem Schwerpunkt in Lybien.
Man kann es drehen und wenden, wie man will. Das Modell Globalisierung ist nicht tragfähig und wird weiter Völkerwanderungen bewirken, solange es darin besteht, dass die Produktion immer dahin geht, wo sich die Menschen am leichtesten ausbeuten lassen, das Kapital dahin wandert, wo sich die meisten Steuern vermeiden lassen und Europa mit hoch subventionierten Landwirtschaftsprodukten die Märkte in Afrika und anderswo kaputt macht.
Statt des untauglichen Versuchs die Globalisierung der Wirtschaft durch Protektionismus und politischen Nationalismus rückgängig zu machen, wäre mehr politische Globalisierung nötig.
Statt internationale und transnationale Kooperation zu schwächen, wäre genau das Gegenteil richtig. Neue Mauern sind keine Zeichen von Stärke („make America great again!“). Reagan hatte Recht, Freiheit und Sicherheit gehören zusammen. Eine Mauer kann Freiheit – zumindest auf Dauer – nicht verhindern.